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Ich würde die Beantwortung in verschiedenen Phasen der Erkrankung aufteilen, da man doch in jeder Phase anders empfindet, zumindest ging es mir so.

PHASE I (du hast gerade von der Erkrankung erfahren):

Ich habe gerade in den ersten Tagen der Diagnose und auch direkt nach der Operation nur meiner Familie und den aller engsten Freunden von der Diagnose erzählt oder teilweise auch nur geschrieben, da ich ein Telefonat emotional nicht geschafft hätte. Heute würde ich es wieder so machen, denn das letzt was man will sind tausend Menschen die fragen wie es einem geht. Ich musste erstmal mit mir selber klar komnen und dann kann ich Fragen beantworten. Die Frage, ob ich es erzähle stellte sich für mich bei diesen Personen nicht. Ich denke auch, dass ein Verschweigen viele Situationen schwieriger macht. Meistens sind nahe stehende Personen danach gekränkt, da man sie „ausgeschossen“ hat. Im aller schlimmsten Fall hat man den Menschen um die Zeit gebracht, die er gerne noch mit dir verbracht oder auch bewusst genossen hätte.
Bei Kindern finde ich es sehr schwierig und es hängt vermutlich sehr vom Alter und Charakter des Kindes ab. Hierzu habe ich einen tollen Verein gefunden (Link ganz unten) der sich mit diesem Thema befasst und helfend zur Seite steht und vor allem auch den Kindern helfend zu Seite steht. Denn das wird häufig übersehen. Man fragt sich „wie sage ich es dem Kind“ aber man gibt dem Kind selten Hilfen an die Hand um sich mit dem Thema auseinander zu setzen oder ggf. auch mit jemanden darüber zu reden.
Ich denke zu diesem Zeitpunkt ist es bis auf weniger Ausnahmen auch besser nicht die Kollegen zu informieren, da die sonst aus Pflichtgefühl im Krankenhaus vorbei schauen und die Situation für beide komisch wird. Den Chef würde ich aber schnellstmöglich informieren.

PHASE II (wieder zu Hause, vielleicht mitten in der Therapie und von der Behandlung gezeichnet):

Ja was sagt man, wenn der Nachbar auf einmal sagt das man ungesund aussieht und ob alles in Ordnung ist? Oder man vielleicht auch direkt darauf angesprochen wird, weil unter der Chemotherapie die Haare ausgefallen sind…
Ich war hier immer offen und habe von der Erkrankung berichtet. Und ich bin immer sehr gut damit gefahren. Natürlich waren die Reaktionen sehr unterschiedlich von weinen über schockiert bis hin zur völliger Sprachlosigkeit habe ich alles erlebt. Verletzt hat es mich wenn mich jemand behandelt hat als wäre ich dem Tod geweiht. Aber im Großen und ganzen hatte ich das Gefühl meine Last ein bisschen auf alle Schultern zu verteilen. Und wenn ich ehrlich bin hat man mir wirklich angsehen, dass mit mir etwas nicht stimmt. Und bevor die Menschen sich ihre eigene Geschichte ausdenken erzähle ich lieber meine. So bin ich auch auf der Arbeit verfahren. Meine Chefin durfte von meiner Erkrankung berichten. Ich wollte auch vermeiden, dass bei meiner Rückkehr jeder nachfragt was los war. Die Menschen sind ja neugierig. Das Problem ist außerdem, dass es für längere Erkrankungen eigentlich nur 3 Ursachen gibt: Krebs, Wirbelsäulenprobleme oder psychische Erkrankungen. Mit der Wahrheit lässt man hier zumindest kein Raum für Spekulationen.
Über meinen Gendefekt (was ich auch erst später wusste) habe ich am Anfang nur wenigen erzählt. Heute erzähle ich es, wenn es sich ergibt oder wenn mir der Mensch wichtig ist. Es gehört zu mir und es hilft glaube ich um mich besser zu verstehen. Meine Kollegen wissen auch von dem Gendefekt, auch hier um Spekulation vorzubeugen. Denn ich muss ja immer noch jedes Jahr in`s Krankenhaus und nicht jedes Telefonat mit einem Arzt lässt sich auf Zu Hause verlegen. (Ärzte sollten dringend ihre Arbeitszeiten verlängern)

PHASE III (da sind wir wieder zurück bei der Arbeit):

Ich glaube ich spreche jedem aus der Seele wenn ich sage, dass es ein verdammt komisches Gefühl ist wieder zur Arbeit zu kommen. Dein ganzes Leben hat sich verändert, dein Denken, eigentlich gefühlt der ganze Mensch. Doch für die Kollegen ist alles gleich geblieben. Nichts hat sich verändert. Du warst weg und du bist jetzt wieder da. Auch die Arbeit ist die selbe und viele Dinge werden dir vermutlich belanglos vorkommen. Seit meiner Erkrankung rege ich mich nur noch halb so selten auf. Wenigstens was positives.
Ich rechnete damit von allen Kollegen angesprochen zu werden. Aber das haben die wenigstens getan. Ich glaube weil sie nicht wussten wie sie mit mir umgehen sollten. Einige wenige haben gefragt, einige erst Monate oder Jahre später und einige sogar nie. (was ich auch nicht verlange oder erwarte. Man ist ja auch nicht mit jedem Dicke)
Die meisten Kollegen werden dich also in Ruhe lassen und dich vermutlich mit Samthandschuhen anfassen. Aber meistens ist das am Anfang auch gut so, denn eine Krebstherapie schlaucht doch mehr als man sich eingestehen mag. Und irgendwann war ich es auch leid immer wieder die gleiche Geschichte zu erzählen. Man will ja auch mal selber mit dem Thema abschließen sowie es geht und ein Stück Normalität zurück.

Ich hoffe euch hiermit ein bisschen bei der Entscheidung geholfen zu haben. Aber trotzdem ist meine Meinung immer nach Situation und Bauchgefühl zu entscheiden. Wobei Offenheit eigentlich nie der falsche Weg ist. Wie hab ihr es euren Angehörigen gesagt?

http://hkke.org/

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