Das alte Jahr ist zu Ende und es ist Zeit für die Steuerklärung. Eine mühsame Angelegenheit, vor der ich mich gerne etwas länger drücke. 😉 Aber wenn ich mir schon die Arbeit mache, dann soll es sich doch bitte auch lohnen! Doch was kann man absetzen? Und kann man auch Krankheitskosten von der Steuer absetzen?

Daher habe ich für euch ein paar Tipps zusammengestellt, welche Krankheitskosten ihr absetzen könnt und ab wann ihr eine Rückzahlung vom Finanzamt erwarten könnt. Solche zusätzlichen Kosten nennen sich im Fachjargon des Finanzamts außergewöhnliche Belastungen.

Leider übernehmen die Krankenkassen nicht alle gesundheitlichen Leistungen und man bleibt häufig auf einem Teil der Kosten sitzen. Das kann an dem doch sehr begrenzten Leistungskatalog der Krankenkasse liegen oder daran, dass durch die ganzen Zuzahlungen für Arzneimittel, Krankenhausbehandlungen, Heilmittel, usw. euch sehr hohe Kosten entstanden sind. Und wer schon einmal eine Krone oder Brücke brauchte, der wird sich auch schon gefragt haben, ob der übernommene Anteil der Krankenkasse ein schlechter Scherz ist. Nicht gerade selten betragen die Kosten beim Zahnarzt um die 1200,00 EUR und die Krankenkasse übernimmt gerade mal 300,00 EUR! Leider kein Scherz!

Doch zum Glück gibt es ja noch das Finanzamt und ihr habt durch eure Steuerklärung die Möglichkeit einen Teil der entstanden Kosten zumindest vom Finanzamt zurück zu bekommen.

 

Was genau könnt ihr steuerlich absetzen?

Ich habe für euch eine kleine Aufzählung gemacht, die euch einen Überblick geben soll:

  • Die Kosten für stationäre Behandlungen
  • Die Kosten für ambulante Behandlungen (z.B. Zahnarzt, Heilpraktiker, Akupunktur, IGeL- Leistungen, selbst bezahlte Vorsorgeuntersuchungen, teilweise auch naturheilkundliche Behandlungen, usw.)
  • Zusätzliche eigene Unterbringungskosten in einem Pflegeheim
  • Rehabilitationsmaßnahmen/ Kurmaßnahmen bei medizinischer Notwendigkeit
  • vom Arzt verschriebene Arznei-, Heil- und Hilfsmittel, die privat verordnet wurden oder aus anderen Gründen nicht von der Krankenkasse übernommen werden.
  • Fahrtkosten zum Arzt oder in`s Krankenhaus
  • Die gesetzliche Zuzahlungen von Arznei-, Heil- und Hilfsmittel
  • Kosten für eine ambulante Pflegekraft
  • Laser- Operationen der Augen

Ihr seht, es gibt also eine Reihe von Krankheitskosten die ihr steuerlich geltend machen könnt. Daher ist mein Tipp: Reicht einfach alle Krankheitskosten beim Finanzamt ein. Das Finanzamt wird euch dann schon sagen, welche Rechnungen zu den so genannten außergewöhnlichen Belastungen zählen und welche nicht. Lieber eine zu viel einreichen, als eine zu wenig. 😉

 

Welche Voraussetzungen sind für die Anerkennung notwendig?

  • Alle Arznei-, Heil- und Hilfsmittel müssen von einem Arzt oder Heilpraktiker vorher verordnet werden. Bitte macht hier nicht den Fehler erst zur Apotheke zu gehen und euch dann nachträglich das Rezept vom Arzt zu holen. In so einem Fall kann das Finanzamt die medizinische Notwendigkeit anzweifeln. Was wir natürlich nicht wollen.. 😉
  • Für sonstige Behandlungen empfiehlt sich zusammen mit der Rechnung ein Attest vom Arzt ein zu reichen, der die medizinische Notwendigkeit bestätigt.
  •  Reicht die Rechnungen zuerst bei der Krankenkasse ein und gebt die Rechnungen dann mit dem Erstattungsvermerk „keine Kostenübernahme“ an das Finanzamt.

 

Ab wann können die außergewöhnlichen Belastungen berücksichtigt werden?

Hier gibt es mehrere Stufen. Je nach Gehalt wird ein anderer Eigenanteil als Prozentsatz zu Grunde gelegt. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es 3 Stufen:

  • Stufe 1 bis 15.340 Euro 5% des Einkommens
  • Stufe 2 bis 51.130 Euro 6% des Einkommens
  • Stufe 3 mehr als 51.130 Euro 7% des Einkommens

Beispiel:

Bei einem Gehalt von 20.000 EUR beträgt der Eigenanteil 5%, also somit 1.000 EUR. Wenn eure außergewöhnliche Belastung z.B. 2.500 EUR beträgt, dann könnt ihr in diesem Fall 1.500 EUR steuerlich geltend macht.

ACHTUNG:

Wenn ihr verheiratet seid oder Kinder habt, dann reduziert sich der prozentuale Anteil. Eine genaue Tabelle findet ihr hier: https://www.steuertipps.de/lexikon/z/zumutbare-belastung

Zusätzlicher Hinweis:

Seit diesem Jahr ist es nicht mehr notwendig die Belege in Kopie eurer Steuererklärung bei zu fügen. Die Originalbelege müssen nur auf Nachfrage beim Finanzamt vorgelegt werden.

Solltet ihr nicht das ganze Jahr über gearbeitet haben, da ihr z.B. Krankengeld oder Arbeitslosengeld bezogen habt, dann lohnt sich die Steuererklärung erst Recht! Der Grund ist, dass die Steuern eures Gehalts immer so berechnet werden, als wenn ihr das ganze Jahr über arbeiten würdet. Wenn ihr jedoch nicht das ganze Jahr arbeitet und euer Einkommen entsprechend geringer ist, dann reduziert sich auch euer Steuersatz und ihr bekommt vermutlich eine ganze Menge Steuern wieder.

 

So ich mach dann mal meine Steuererklärung.. 😀
Hat euch mein Beitrag geholfen oder habt ihr weitere Tipps? Dann freue ich mich über einen Kommentar von euch.

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