Zu hören das man Krebs hat ist eines der schlimmsten Dinge, die einem im Leben passieren können. Dir wird wirklich der Boden unter den Füßen weg gerissen. Man denkt sofort daran, dass man jetzt wohl sterben muss. Oder hat die Bilder von glatzköpfigen Menschen im Kopf, die als Nebenwirkung einer Chemotherapie ihre Haare verloren haben. Vor dieser Diagnose kann man sich nicht wappnen, aber es gibt Tricks und Hilfen mit der Diagnose um zu gehen. Daher habe ich euch 17- Tipps zusammen gestellt, wie man mit der Diagnose Krebs am besten umgeht.

Bei mir kam damals der Arzt zusammen mit meiner Mutter in mein Krankenhaus- Zimmer rein. Er hatte zuvor mit ihr geredet und das Gesicht meiner Mama sah unglaublich traurig aus. Das Gesicht des Arztes war eher ausdruckslos.. Für ihn ist es wohl sowas wie Alltag und Teil seines Jobs. Dann kamen beide an mein Bett und der Arzt sagte „Sie haben Darmkrebs, es sieht nicht gut aus, morgen früh um 08:00 werde ich Sie operieren“. Es waren nur ein paar einfache Sätze. Das Wichtigste in Fakten zusammen getragen. Ein paar einfache Sätze, die schlagartig mein Leben veränderten. Ich stellte dem Arzt verschieden Fragen, aber er antwortete nur das wir erst nach der Operation genaues wissen. Er sagte aber noch, dass der Krebs sehr groß ist (wurde durch eine Darmspiegelung festgestellt) und „das alles nicht so gut aussieht“ (danke für diese Information). Meine Mama hielt meine Hand und ihr liefen die Tränen runter. Der Arzt war ziemlich schnell wieder weg, nachdem er mich noch über den Eingriff aufklärte. Da lag ich nun in meinem Bett und wurde mit dem Schlimmsten konfrontiert was ich je in meinem Leben erlebt hatte. „Sie haben Krebs…“ Diese Worte musste ich erst einmal verdauen. Ich habe lange geweint und lag bei meiner Mama in den Armen. Ich war dankbar das sie in diesem Moment bei mir war. Ich fühlte mich einfach hilflos.. Und es ging alles so schnell. Ich war richtig überrumpelt. Ich konnte mich mit der Diagnose nicht „anfreunden“, denn schon ging es ab auf den OP- Tisch. Von einem Tag auf den anderen. Der Rest meiner Familie kam auch an diesem Tag und leistet mir Beistand.

Mir kamen die merkwürdigsten Gedanken:
Wie soll es weiter gehen? Werde ich sterben? Möchte ich eine Chemotherapie? Möchte ich die letzte Zeit meines Lebens kotzend über dem Klo verbringen? Wie wird die Bauchnarbe aussehen? Oh Gott, ich werde meine Haare verlieren! Ich hätte mal wieder so richtig auf Party gehen sollen! Warum habe ich das nicht getan? Das Leben ist unfair, ich wollte doch noch so viel erleben und machen..
Ich denke euch wird es ähnlich ergangen sein. Menschen sind um einen rum, aber irgendwie fühlt man sich doch alleine. Denn am Ende ist es mein Leben gewesen, um das ich mir auf einmal Gedanken machen musste. Es ist schwierig aus diesen kreisenden Gedanken raus zu kommen. Und auch nach der Operation wurde es nicht einfacher. Die Diagnose bekam ich im Jahr 2006, es ist also schon eine Weile her. Doch leider habe ich HNPCC und gelte niemals als geheilt. Viele Freund und Bekannte fragen mich immer weider „wie machst du das nur..? Ich könnte damit nicht leben und du lachst trotzdem“. Ich denke ich habe für mich einen guten Weg gefunden mit dem Krebs und der ständigen Bedrohung um zu gehen. Ich möchte meine Erfahrungen gerne mit euch teilen. Daher habe ich für euch mehrer Punkte zusammen gestellt.

17- Tipps zum Umgang mit Krebs

1. Lass deine Frust und deine Wut raus. Sei traurig und weine..
Dir ist was ganz schlimmes passiert und du solltest der Trauer und der Wut Raum geben. Alles in dich hinein zu fressen ist jetzt das schlimmste, was du machen kannst. Sag wie scheiße das alles ist, weine und lass alles raus. Du wirst merken, dass es dir danach besser geht.

2. Rede mit vielen Menschen darüber
Krebs ist häufig noch ein Tabu- Thema, denkt du vermutlich.. Aber die einzigen die daraus meistens ein Tabu machen sind die Krebskranken selber. Sie verschließen sich, lassen niemand an sich ran, wollen niemanden belasten und eigentlich geht es ja auch keinen was an. Mach es anders! Rede mit vielen Menschen darüber. Erzähl es deinen Arbeitskollegen, deinen Freunden und denen, die dir nahe stehen. Erzähle es vor allem deiner Familie! Jedes mal wenn du deine Geschichte erzählst, wirst du ein Stück mehr aufgefangen werden und deine eigene Last wird ein kleines bisschen kleiner. Probiere es aus, auch wenn es sonst nicht deinem Naturell entspricht.

3. Rede mit einem unbeteiligten, zum Beispiel einem Therapeuten
Auch wenn es vielen schwer fällt eine Psychotherapie zu machen. Aber nichts tut so gut, wie mit einer unbeteiligten Person über den Krebs zu sprechen (ja ich spreche da aus Erfahrung). Du kannst von deinen Befürchtungen und Ängsten erzählen, du kannst sagen das dir alles zu viel wird und du nicht mehr kannst.. Das kannst du alles machen, ohne Rücksicht nehmen zu müssen. Du kannst mit deinem Therapeuten auch über deine Partnerschaft sprechen, oder wie du jetzt am besten mit deinen Kindern umgehst. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine Psychotherapie, nutze das.

4. Google nicht zu viel, auch wenn es schwer fällt, aber informiere dich
Ja ich weiß, das ist wirklich einfacher gesagt als getan. Man googelt sofort Sachen wie „Darmkrebs Prognose“ oder auch „Metastasen überleben“. Bitte bitte, lass das! Jede Erkrankung ist individuell und nur weil jemand schreibt „mein Vater hat nach der Diagnose Darmkrebs nur noch 3 Jahre gelebt“ hat das nichts mit dir zu tun. Ich lebe z.B. schon knapp 12 Jahre nach der Diagnose. 🙂 Bei dir kann auch alles ganz anders verlaufen. Also nimm dir selber nicht den Mut und google lieber sowas wie „Darmkrebs Therapie“, „Metastasen heilen“.

5. Tausche dich mit anderen Betroffenen aus, z.B. in Facebook- Gruppen
Geteiltes Leid ist halbes Leid.. Und das stimmt wirklich. Manchmal tut es gut, sich mit andeern Betroffenen aus zu tauschen oder von deren Erfahrungswerten zu profitieren. Ich finde Facebook- Gruppen hier sehr gut, da man schnell Hilfe bekommt. Ich habe vor kurzem z.B. eine eigene Gruppe gegründet und wir freuen uns über weitere Mitglieder: Krebs- Gruppe: Miteinander gegen den Krebs

6. Versuch dein Leben so gut es geht normal weiter zu führen, Normalität hilft
Mir tat es wirklich gut wieder zur Arbeit zu gehen. Es war am Anfang zwar sehr anstrengend, aber ich hatte das Gefühl ich habe ein Stück von meinem alten Leben zurück. Hier ging es nicht um meine Krankheit, sondern um meine Arbeit. Treff dich auch wieder mit Freunden oder geh in`s Kino. Versuch wieder am Leben teil zu nehmen, so gut du kannst. 🙂

7. Beziehe deinen Partner und deine Kinder mit in die Krankheit ein
Ich finde es gibt nicht schlimmeres, als wenn man seinen Angehörigen nichts von der Erkrankung erzählt. Das sind die wichtigsten Menschen in deinem Leben. Sie sollten wissen was los ist. Und auch Kinder verstehen schon mal als man denkt. Sie werden dich sowieso irgendwann fragen „Mami warum arbeitest du nicht?“. Rede mit deiner Familie, nur so können sie dir beistehen.

8. Versuch selber etwas gegen den Krebs zu tun
Es ist das beste Mittel, um sich nicht hilflos zu fühlen. Spreche mit deinem Arzt was du tun kannst. Vielleicht empfiehlt er die Vitamine, oder viel raus zu gehen oder Sport zu machen. Ernähre dich gesund und acht ggf. auf eine Zucker freie oder Zucker reduzierte Ernährung. Warum kannst du in meinem Artikel Krebszellen lieben Zucker lesen.

9. Lese Bücher wie andere die Krebserkrankung überstanden haben
Zum Beispiel kann ich dir das Buch Krebs ist, wenn man trotzdem lacht: Wie ich von heute auf morgen Krebs hatte und wieder zu neuem Lebensmut fand empfehlen.

10. Überleg dir was du immer schon mal tun wolltest, und tue es!
Mach dir eine Liste mit den Sachen die du immer schon mal machen wolltest und tu es! Keine Ausreden mehr, genieße dein Leben! 🙂

11. Nimm dir Zeit für dich und zum Verarbeiten
So eine Diagnose muss man erstmal verarbeiten und das braucht Zeit. Nimm dir diese Zeit. Geh alleine spazieren oder geh in die Badewanne, mach Dinge die dir Spaß machen. Nimm dir einfach mal Zeit für dich. Und ich weiß, dass es als Mutter vielleicht nicht so einfach ist. Aber ich denke in dieser Situation werden die deine Freunde und Familie helfen so gut es geht. Und da kommen wir zu meinem nächsten Punkt.

12. Nimm Hilfe an, du musst nicht alles alleine schaffen
Die Überschrift sagt eigentlich alles. Lass dir von Anderen helfen und nimm diese Hilfe an. Lass dir beim Einkaufen helfen, oder im Haushalt oder bei der Betreuung deiner Kinder. Du kannst auch bei deiner Krankenkasse nach einer Haushaltshilfe fragen.

13. Mach eine Kur über die Krankenkasse oder Rentenversicherung
Du hast jetzt Anspruch auf eine Kur, für mindestens 3 Wochen. Spreche hierzu mit deinem Arzt und der Krankenkasse. Die werden dir bei der Beantragung helfen. Nimm dir diese Auszeit, du wirst sie brauchen.

14. Versuch positiv zu denken, auch wenn es schwer fällt
Ja es ist nicht immer einfach, aber versuch nach vorne zu blicken. Dir zu sagen „die Chemotherapie endet in 10 Tagen und dann ist der Krebs besiegt!“ Hier habe ich noch 3 positive Seiten von Krebs aufgeschrieben. Und ja, die gibt`s. 😉

15. Mach dich trotzdem hübsch
Dieser Tipp gilt nicht nur für die Frauen, sondern auch für die Männer. Macht eure Haare, schminkt euch trotzdem, zieht euch auch mal sexy an. Ihr werdet merken, wie gut es euch tun wird.

16. Sag dem Arschloch den Kampf an!
Ihr wollt den Krebs besiegen, also sagt ihr dem Arschloch den Kampf an! Sagt ihm das er hier nicht erwünscht ist und verschwinden muss! Redet mit dem Krebs und sagt ihm was ihr von ihm haltet. Es klingt ein bisschen albern, aber es funktioniert. 🙂

 

Jetzt habt ihr 16- Tipps bekommen, wir ihr besser mit der Diagnose Krebs umgehen könnt. Ich hoffe, dass ihr einige dieser Punkte für euch umsetzt. Sucht euch vielleicht schon mal 5 Punkte raus und versucht euch nach und nach daran zu halten. Ihr werdet sehen, dass ihr bald besser mit dieser Diagnose leben könnt.

Habt ihr noch weitere Tipps oder haben euch meine Tipps geholfen, dann freue ich mich über ein Kommentar von euch.

 

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